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03.08.2017 - Senioreneuropameisterschaften in Aarhus – Teil 1

Aarhus – die Kulturhauptstadt 2017 lädt in diesem Jahr die Senioren aus ganz Europa ein, um die Besten in den verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik zu ermitteln.

Die Wetterbedingungen am ersten Wettkampfwochenende entsprachen der Ostseelage von Aarhus. War es früh zunächst bewölkt, folgten vormittags und mittags meistens Schauer und Gewitter, um dann am Nachmittag wieder sonnig zu werden. Genauso ein Gewitter ging kurz vor dem ersten Start von Lothar Rochau nieder und verlieh der Cross-Strecke einen schlammigen Untergrund und an manchen Stellen sogar kleine Wassergräben. Auch ohne diese Wettereinlage, war dieCross-Strecke einer EM würdig. Start und Ziel befanden sich im Innenraum einer Freiluft Radrennbahn. Die Strecke, welche viermal absolviert werden musste, führte über 800m um die Radrennbahn und dem direkt daneben befindlichen Werferplatz. Auf den 4km mussten viele Richtungswechsel und kleine Anstiege bewältigt werden. Lothar ging das Rennen zügig an und reihte sich weit vorn ein. In den nachfolgenden Runden musste Lothar stark gegen die Strecke kämpfen. Er büßte ein paar Plätze ein und war im Ziel durch Schlamm und Matsch gezeichnet von der Strecke. Er platzierte sich als 18. in einer guten Zeit von 15:40min. Hinzufügen muss man noch, dass Lothar in der M60 starten musste, obwohl er dieses Jahr in die M65 gerutscht ist. Die internationalen Regeln sehen vor, dass die neue Altersklasse erst mit dem Geburtstag erreicht wird und nicht bereits in dem Jahr wie in Deutschland üblich. Somit ist er ein paar Wochen zu jung für die M65 international.

Nachmittags standen dann die 1500m-Finals auf dem Zeitplan. Für Gabriele Kelling sollte es der erste internationale Einsatz werden. Bei sehr guten äußerlichen Bedingungen füllte sich die Haupttribüne des Stadions gut, sodass hier auch ordentlich Stimmung bei den Läufen aufkam. Nach dem Startschuss wurde sofort klar, dass die Niederländerin auf der Jagd des Europarekordes war. Sie setzte sich vom Rest des Feldes ab, einzig eine Dänin konnte ihr mit einem gewissen Abstand folgen. Gabi ging die ersten 400m mit 79sek. sehr flott an und lag an fünfter Position. Die Kunst bei größeren Feldern im Mittelstreckenlauf nicht zu schnell anzugehen, aber dennoch eine gute Position zu haben ist nicht ganz einfach. Gabi löste die Situation ganz gut, indem sie in der nachfolgenden Runde das Tempo etwas rausnahm. Dies war bei dem hohen Anfangstempo wichtig, um Kräfte zu sparen für die zweite Rennhälfte. Nach etwa 800m kam es zum Überholvorgang einer Irin und einer weiteren Dänin. Auf den folgenden Metern zog die Irin das Tempo an, sodass eine Lücke zwischen Ihr, der Dänin und Gabi entstand. Gabi überholte die Dänin 300m vor dem Ziel und hielt den Abstand zur Irin konstant. Auf der Zielgeraden lief sie auf eine Britin auf, welche sie noch überholte und sich damit einen sehr starken 5.Platz sicherte. Die Zeit war nicht ganz zufriedenstellend für Gabi, obwohl eine 5:17,73min nicht mal eine Sekunde langsamer als Ihre Saisonbestzeit ist. Der Sieg ging an die zu Beginn enteilte Niederländerin, welche mit 4:42min knapp am Europarekord der W50 vorbei schrammte.

Am nächsten Tag folgten die 400m Vorläufe. Gerade bei den Männern gab es große Teilnehmerfelder, sodass nicht nur Semifinale ausreichten, sondern auch noch Vorläufe durchgeführt werden mussten. Für Lothar sollte der Vorlauf 10:30 stattfinden. Die Semifinale sollten dann 18Uhr erfolgen. Lothar wollte eigentlich den Tag ruhig beim Frühstück mit Iris beginnen, war er doch der Meinung, dass sein Vorlauf 18Uhr beginnen sollte. Zum Glück stellte er beim prüfenden Blick auf dem Zeitplan fest, dass er bereits 10:30 dran war. Bei Meisterschaften bedeutet ein endgültiges Anmelden am Wettkampf (Abgabe der Stellplatzkarte) und ein nicht erscheinen im Callroom den Ausschluss vom weiteren Wettkampf. Schnell packte er etwas Frühstück ein und fuhr zum Stadion. Nach einer kurzen Stärkung, um wenigstens etwas im Magen zu haben und einer ganz kurzen Erwärmung, erreichte er pünktlich den Callroom. Unter diesen Umständen einen 400m Lauf ordentlich zu absolvieren ist fast unmöglich. Dennoch stellte sich Lothar dem Starter und erreichte in 69,31sek. das Ziel. Die Zeit reichte leider nicht für eines der Semifinale, aber kann als gute Trainingseinheit für den noch anstehenden 800m-Lauf angesehen werden.

Ein Update erfolgt nächste Woche von Lothar mit Teil 2 der EM.

Text/Bild: Patrick Kelling


 

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