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16.06.2012 - 1. Himmelswegelauf - Lauf der Heroen

Andy Neubert ist der erste Sieger an der Arche Nebra. Er siegt in eindrucksvoller Weise beim erstmals ausgetragenen Dreifachmarathon über 120 Km mit Start und Ziel in Wangen. Dieser Dreifachmarathon führte entlang der Himmelswege mit ihren bedeutenden archäologischen Stätten im Süden Sachsen-Anhalts. Was die wenigsten in der Laufszene wissen: Andy ist gelernter Archäologe und kennt sich in dieser Gegend bestens aus. Aus Veranstalterkreisen war zu hören und zu lesen, das es ein Zeichen des Himmels war. Ich würde sagen, es war eine unheimliche Energieleistung, die nicht nur er, sondern auch alle anderen Heroen vollbrachten. Mit eingeschlossen unser neuer Vereinskollege Volker Ernst der Geasmtsechster wurde. Nicht zu vergessen natürlich die Radbegleiter die ja auch die 120 Km auf dem Sattel verbrachten. Zum Renngeschehen kann ich nur ab KM 55 etwas sagen, denn da begann meine Rolle als Wasserträger(fahrer). Deshalb hier fast ungekürzt, die Eindrücke von seinem Radbegleiter Klaus-Dieter Weißenborn:

Während der Fahrt zum Start an der Arche Nebra haben wir uns über den „Plan“ verständigt. Wir haben die notwendigen Dinge für unterwegs in zwei Fahrradpacktaschen und einem Rucksack verstaut: ausreichend Getränke und Spezialverpflegung (Riegel und Gel), Ersatzkleidung und -schuhe, Regensachen, Fahrradwerkzeug und auch „Sani-Zeug“. Wir wollten für alles gut gewappnet sein. Der Start erfolgte erst 6.21 Uhr. Das Feld zog los. Schon in Wangen ergriff Andreas die Initiative, lief locker an die Spitze und setzte sich schon langsam ab. In Nebra gab es schon einen kleinen Vorsprung. An einem überraschenden Steilanstieg nach scharfer Rechtskurve kam ich wegen der Last der Gepäcktaschen zu Fall. Ich musste das Feld vorbeilassen. Ausgerechnet jetzt fing es an, stark zu regnen; Andreas war vorn allein. Als ich ihn kurz vor Reinsdorf erreichte, bekam er endlich seine Regenjacke. Der Regen hörte erst kurz vor Laucha auf. Im Rückblick sah ich, dass Andreas etwa 800 m Vorsprung vor zwei anderen Läufern hatte. Zu diesem Zeitpunkt konnte natürlich niemand ahnen, das er diesen Platz bis zum Ende des Rennen behalten würde. In Laucha gab es Getränkenachschub, obwohl die fleißigen Helferinnen eigentlich die Marathonläufer aus Naumburg kommend erwarteten, aber nicht so früh. Vor Freyburg, an der Zeddenbachmühle sah ich, dass der Vorsprung noch weiter angewachsen war. Andreas lief ganz locker, wir erzählten nebenbei. In Großjena verließen wir den Unstrutradweg. Die Sonne war herausgekommen, es wurde warm. Nun begann der lange, aber nicht so schwere Anstieg nach Dobichau und Pödelist. Obwohl ich dort 5 Minuten gewartet habe und etwa 1 km zurücksehen konnte, war noch kein Verfolger zu sehen. Nur mit hohem Tempo konnte ich dann Andreas bis Markrölitz wieder einholen, Goseck blieb rechts liegen. Jetzt ging es durch Felder rauf zum „Luftschiff“ nach Pettstädt. Die Sonne schien voll, es war schwül. Der Getränkevorrat nahm rapide ab. Nach Rossbach, vorbei am Hassesee ging`s sehr zügig. Vor Braunsbedra wurde die erste Notreserve Wasser angezapft. Nun kam 1 km Kopfsteinpflaster, nicht gut für Supermarathonis. Vom Führungsquad war nichts mehr zu sehen. Striche in Orange wiesen uns den Weg. Dann war hinter Braunsbedra, in Neumark (km 55) endlich der nächste Getränkepunkt erreicht. Alle Flaschen wurden aufgefüllt, Andreas lief praktisch sofort weiter. Waldemar rief mir nach: Pass auf, dass er viel trinkt!“ Frank begleitete mich jetzt laufend. Andreas haben wir aber erst kurz vor Frankleben eingekriegt. In Geusa (km 65) wurden die Flaschen erneut gefüllt. Die Feuerwehr half dabei. Dann begann der lange Weg nach Bündorf, dem Bunakraftwerk immer näher kommend. Von nun ab ging`s gen Westen; das hieß; Gegenwind. Nun war auch das Führungsquad wieder vor uns. Der Weg durch die vielen Reihendörfer (Milzau, Burgstaden, Klobikau usw.) war lang. Erst bei km 78 gab es wieder Getränkenachschub. Eigentlich zu spät. Der Weg nach dem Getränkepunkt war schwer, so dass ich Andreas kaum folgen konnte. Erst als wir vor Wünsch wieder auf der Straße waren, waren wir wieder zusammen. Jetzt kam der Wind voll von vorn. In Langeneichstädt gab es wegen geschlossener Bahnschranke einen Stopp: Kurze Verschnaufpause für Andreas. Vorbei am Fundort der Dolmengöttin und der Eichstädter Warte ging`s über die Felder in Richtung Göhrendorf. Frank nannte mir die Rückstände der Verfolger: 14 und 17 Minuten. Andreas wollte ich sie aber nicht sagen; er sollte sein Tempo gehen, denn wir wussten: jetzt ist bald die kritische Phase einer solchen Strecke. So war es auch. In Richtung Querfurt hat Andreas nun ein paar Gehpausen eingelegt. Wir haben ja Zeit; die letzten 20 km sind nun wichtig, und die sind erst hinter Querfurt. Auch den Verfolgern wird es nicht immer blendend gehen. Der Ortsrand von Querfurt war motivierend. Obwohl bergauf, lief Andreas gleichmäßig und locker. Vorbei an der Burg Querfurt ging` s in Richtung Thaldorf zu nächsten Getränkepunkt (km 95). Andreas trank und lief sofort weiter. Ich habe nochmals „aufgefüllt“; Frank nannte mir den Vorsprung von Göhrendorf: 11und 17 Minuten. Noch war das Rennen offen. Andreas hat unterwegs oft gesagt, sicher laufen die hinten „klug“. Wird es so sein?
Nun setzte doch noch ein Regenschauer ein, aber nicht lange. Andreas konzentrierte sich voll auf einen lockeren Lauf: fantastisch, leicht bergauf mit fast 11 km/h. Bald war der Ziegelrodaer Forst erreicht. Am Parkplatz stand Frank, sagte zu mir, wenn er so weiter läuft, ist er nicht mehr zu holen. Der Vorsprung war wieder größer geworden, der Zweite musste sich in Querfurt erst einmal lange ausruhen. Nun wurden wieder alle Wasserreserven „an Bord“ genommen. Jetzt erst recht: Alle 5 km wird mindestens eine Flasche gebraucht! Vorbei an Hermannseck ging es auf der Finkenstraße, die allerdings durch den Regen etwas matschig war, nicht so schön für die Fahrradbegleitung. Am Abzweig „Langes Gestell“ will uns das Führungsfahrzeug geradeaus schicken. Meine sofortige Äußerung: Hier (links) geht es nach Wangen!!! Ich streite mich mit dem Fahrer, schließlich kenne ich die Wege hier von Jugend an, bin in Roßleben in die Schule gegangen. Andreas ist schon 50 Meter weiter, auf der Finkenstraße Richtung Roßleben. „Komm zurück, hier geht es lang!!!“ Erst als ich dem Fahrer die etwas versteckt hinter Zweigen sichtbaren Wegweiser zeige, scheint er zu akzeptieren, wie es weiter geht. Andreas ist wieder da, wir laufen über das Lange Gestell, immer schnurgerade in Richtung Wangen. Jetzt spüre ich, jeder Schritt ist Kampf. Aber Andreas läuft und läuft, er will nicht gehen. Das ist auch gut so. Leichtes Zureden hilft. Er hat den Sieg vor Augen. Endlich ist der Abzweig Mittelberg, dem Fundort der Himmelsscheibe erreicht. Das Ziel ist nicht mehr weit. Es geht nur noch bergab. Von unten kommt uns ein grünes Trikot entgegen: Frank Berger.

Andreas mobilisiert noch einmal alles. Er wird immer schneller. Und als das Ziel an der Arche Nebra in Sichtweite ist, gibt es sogar noch einen Sprint. Er wird von eine jubelnden Menge mit Riesenbeifall empfangen. Sieg beim Lauf der Heroen, 120 km Himmelswegelauf in 11 Stunden und 20 Minuten, 36 Minuten vor dem Zweiten: Einfach Fantastisch !!! Soweit die persönliche Eindrücke des Radbegleiters Klaus-Dieter Weißenborn.

Ich begleitete Andy auf seinen letzten Metern bis ins Ziel wo er mit einem Extraständchen des Konzerthallenchores Halle empfangen von mir mit einer Flasche Rotkäppchensekt zum König der Heroen getauft wurde. Diesen Plan hatte ich mir schon zurechtgelegt, als klar war das er nicht mehr verlieren kann. Mit Michael Frenz von den Berliner Mauerläufern kam nach einer reichlichen halben Stunde der Zweite ins Ziel. So wie er schwärmten viele der Aktiven nach dem Zieleinlauf von einer "traumhaft schönen Strecke", die das Potential hat, zukünftig zu den großen Landschaftsläufen zu zählen, und versprachen ein Wiederkommen. Wenn die Kinderkrankheiten überstanden sind, dann kann das zukünftig eine tolle Veranstaltung werden. Hoffentlich mit mehr Startern auf dem Himmelswege-Triple. Nur der Veranstalter selbst kann diese Frage beantworten. Gibt es doch in Deutschland eine Ultra-Szene die für neue Veranstaltungen immer offen ist.

Heulend vor Freude kam Thomas König als Dritter ins Ziel. Mit einer 100-Km-Bestzeit von 7:02:46 Stunden war Thomas angereist und er war der eigentliche Favorit des handverlesenen Feldes. Die wenigen Trainingskilometer reichten nicht, um zu siegen. Nach dem ersten Bier taute er dann wieder auf und war so wie immer: spontan und direkt. Ich half ihm, sich seiner Kompressionsstrümpfe zu endledigen, da einfach die Kraft dazu fehlte. An jeder 2. Zehe war zwar eine Blase, Er lobte aber dennoch seine Schuhe und suchte in seinen Sachen eine Nadel womit er dann begann die Blasen aufzustechen. Wenn das Franck Ribery gesehen hätte, hätte er das Training am Mittwochabend wahrscheinlich noch früher abgebrochen oder er wäre in Ohnmacht gefallen. Die armen Fußballer…
An dieser Stelle muss ich noch mal die grandiose Mannschaftsleistung der beiden hervorheben. Andy musste ja nur Laufen. Klaus-Dieter, der im Dezember diesen Jahres seinen 70. Geburtstag feiern wird, ist seit Jahrzehnten ein begeisterter Sportler. Quasi für sich als Warm up, hatte er am Vortag beim Benefizlauf in Halle mal eben 60 Runden a’ 700 Meter(das ist ja nur ein Marathon) absolviert, um dann die Rundumbetreuung für Andy am nächsten Tag zu übernehmen. Klaus-Dieter war es auch, der Andy vor über 20 Jahren zum Laufen brachte. Danke Klaus-Dieter für diesen Heroen...

Die Ergebnisse:

Dreifachmarathon/Männer:

1. Andreas Neubert – LAV Halensia e.V. – 11:20:42 Stunden
2. Michael Frenz – LG Mauerweg e.V. – 11:56:16 Stunden
3. Thomas König – LC Oelsnitz/Erzgebirge - 12:01:33 Stunden
5. Volker Ernst – jetzt LAV- 12:40:24 Stunden
7. Gunnar Schad – Halle - 12:48:13 Stunden
9. Frank Aust – Die Otternasen Halle – 13:33:11 Stunden

Dreifachmarathon/Frauen:

1. Daniela Rudel – LSG 80 Schmückeläufer – 12:32:58 Stunden
2. Sabine Marre – GuthsMuths-Rennsteiglaufverein e.V. – 14:37:23 Stunden

Text/Bild: Frank Berger


 

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