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09.05.2015 - 43. Rennsteiglauf - Zwischen Lottozelt und Honigstand

Teil 1

Alljährlich Mitte Mai vollzieht sich im Herzen Thüringens das gleiche Spektakel-die Große Runst der 15000. Sprachlich nicht ganz korrekt steht dieser Begriff auch für das Große Getrampel durch den Wald. Ursprünglich jedoch wird damit eine Wanderung bezeichnet. Nicht so geschehen an diesem Wochenende. Mehr oder weniger vorbereitet nimmt der Gemeine Rennsteigläufer (Runstus waldensis vulgaris) dabei 21, 43 oder 73 km unter die Laufschuhe oder walkt/wandert 17 oder 35 km.

Der Runstler an sich muss sehr leidensfähig sein. Die Strecken sind relativ lang, völlig uneben, teilweise grobgeschottert, verwurzelt. Außerdem gehts hoch und runter - und das mitten in Thüringen! Zusätzlich kriegen in diesem Jahr die nicht ganz so schnellen noch einen kräftigen Regenguss ab. Und trotzdem erfreute sich der 2014 zur Nr.1 der Top 100 Europas gewählte Rennsteiglauf großer Beliebtheit. In den Startorten war ein deutliches Gewimmel und später Gedrängel vor den Startlinien erlebbar. Traditionell ist in Neuhaus das ambivalente Verhältnis vor allem auswärtiger Teilnehmer zu regional verwurzelter Populärmusik am stärksten erkennbar. (oder anders: man klatscht und schunkelt zu Herbert Roth und Co, was einem zu Hause nie passieren würde). Aber Schneewalzer im Mai - ist doch echt angesagt. Zumindest heute. Die fliegenden Presserazzi versorgen die Läufer mit viel Lärm und den Rest der Welt mit Bildmaterial, dabei gehen sie in Eisenach schon fast auf Tuchfühlung mit dem bunten Pulk. Verpflegungstechnisch lässt das Wochenende nichts zu wünschen übrig, angefangen von den vorabendlichen Kloßparties mit Roulade oder Gulasch oder einer liebevollen Privatvermieterkost, über die übliche Laufverpflegung (Obst, Fettbemme, Schleim, Wurstbrote). Im Ziel gibt es neben obligater Läufersuppe und gleichnamigen Bier (18.000 Faschen) diverses für den Gaumen. Da ist die Rede von 8 km Bratwurst - das entspricht deutlich mehr als einer Fressmeile. Die Zuwendung zum Rennsteiglauf unterstreicht laut marathon4you, dass für viele nicht die Größe der Teilnehmerfelder oder die erreichte Zeit entscheidend ist. Vielmehr ist gerade auch  beim beliebtesten Landschaftslauf viel Tradition und Kultstatus erlebbar. Und so finden sich auch unter der Spezies R.w. v.halensis viele Wiederholungstäter. Zusätzlich gesellten sich in diesem Jahr auch noch zwei Neu- /bzw Umsteiger dazu, bei denen wohl sicher mit einer Virusinfektion für 2016 ausgegangen werden kann. Von allen erreichten Ergebnissen will der Autor auf die Podestplätze hinweisen. Gleich zweimal in Thüringen für unseren Flachlandverein.
Die Zahlenkolonnen unserer Supermarathonies Andreas Neubert, Jens Hildebrandt, Halbmarathonies Ulrich Neumann und Egbert Zabel, Walkerin Kerstin Kiss finden sich auf der Veranstalterseite. Ebenso gilt das für die 10(!) Marathonläufer: Harald Dümke, Cornelia Kutzer, Norbert Krüger, Lutz Gebauer, Gerald Kretzschmar, Jan Oestreicher, Christine Berger, Sandra Morrobel, Hans-Jürgen Overbeck und Thoralf Scholz.
Und sie haben es geschafft, sich fast alle trotz nicht erfolgter Vorabsprache im Ziel zu treffen. Aus gutem Grund sei daher der für 2016 geplante Verabredungspunkt hier schon mal mit der Überschrift kundgetan.

Text: Thoralf Scholz

 

Teil 2

Das erste Mal als ich dachte - dieses Jahr könnte ich am Rennsteig mal den Marathon laufen - war im Januar dieses Jahres. Ich wusste natürlich, dass ich dann ein paar Kilometer mehr zur Vorbereitung brauchte. So fand ich auch eine abgelegte RUNNERS-Zeitschrift mit einem für mich geeigneten Plan, an dem ich mich orientiert habe.

Die Wochen liefen richtig gut an und meine Trainingsumfänge und Läufe wurden größer und länger. Leider, wie so oft, wenn es am Besten läuft, kommt etwas dazwischen. Musste ich mir doch ausgerechnet meinen kleinen linken Zeh bei einem Arbeitsunfall prellen - ein Finger meiner Hand wäre mir lieber gewesen. Gebrochen war er, Gott sei dank, nicht, aber ich kam in den nächsten Wochen nicht mehr schmerzfrei in meine Laufschuhe. Meine ältesten abgelegten Lauftreter, mit vielen Löchern und ohne innere Sohle sollten mich über Wasser halten. Schließlich war ich ja auch für einige Wettkämpfe gemeldet, wie Mühltallauf, Lauf um das Schaubergwerk Röhrich Schacht und den Halbmarathon der Stadtwerke Leipzig. Die dazwischen geplanten Trainingseinheiten mussten ausfallen. Nach dem Leipziger Halbmarathon ging es wieder bergauf und meine Generalprobe über 33,5 km lief gut.

Der Tag X rückte immer näher und mir wurde immer bewusster was ich da vorhabe. Der Rennsteiglauf ist für uns nicht mehr nur auf das Laufen beschränkt. Es ist seit ein paar Jahren ein Gesamtevent, dass Freitag beginnt und erst Sonntag wieder endet. Keinen meiner Mitstreiter, weder Thoralf noch Norbert und auch keinem anderen vom Verein habe ich in mein Vorhaben eingeweiht. Das gab mir die nötige Ruhe und nahm mir etwas Druck.

Freitag, den 08.05.2015 ging es nach Bücheloh bei Ilmenau in unsere Pension. Traditionsgemäß haben wir das Wochenende mit einer Kuchenparty begonnen, 3 Paare = 3 leckere Kuchen und Kaffee. Gegen 16:00 Uhr holten wir unsere Startunterlagen ab und fanden uns abends bei der Nudelparty in unserer Pension wieder zusammen. Natürlich bekam ich wichtige und helfende Tipps von meinen erfahrenen Lauffreunden, Thoralf und Norbert. Nach einigermaßen gut überstandener Nacht und einem kleinem Frühstück ging es gegen 07:15 Uhr nach Neuhaus am Rennweg. Hier war schon ein reges Treiben im Gange wir begannen uns für den Lauf zu präparieren. Rein ging es in den Startblock, wo die Meute von einer Band und Hans vom Rennsteig eingestimmt wurde. Als das Rennsteiglied erklang war mir doch etwas anders, so in der Art und die Enge am Start hatte ich den Rennsteig noch nicht erlebt. Gänsehaut am ganzen Körper. Der Schneewalzer wurde dann schunkelnder Weise zelebriert. Aber 43,5 km sind 43,5 km, die wollte ich jetzt erstmalig laufen. Ich hatte ein gutes Gefühl und große Lust endlich loszulaufen.

Nur musste ich aufpassen, dass mein Anfangstempo nicht zu hoch ist. Das bekam ich ganz gut in Griff. Ich war überrascht wie gut ich über die ersten Berge kam, etwas Probleme bereitete mir der Untergrund mit den vielen Steinen. Aber das ist nun mal der Rennsteig. Kerstin sagte am Abend noch zu mir: “Den ersten Marathon und noch am Rennsteig musst du genießen“. Ja, das habe ich getan, ab der 2. Verpflegungsstation habe ich mir etwas Wasser gegönnt. Das Wetter war richtig gut und es war seit langem wieder mal möglich den Lauf am Rennsteig in kurzen Sachen zu absolvieren. Nach 18,8 km war ich am Masserberg bei einer Zeit von 1:39 h und fühlte mich richtig gut. Meine Halbmarathonzeit lag dann bei 1:51:57 h. Also war für mich nach ca. 2 h die Hälfte geschafft. Der Plan, den ich mir vorher zurechtgelegt hatte, sollte bei einer Marathonzeit knapp unter 4h enden. Natürlich hatte ich noch keine Ahnung was bei mir am Ende noch geht, schließlich bin ich so lange noch nie gelaufen. Aber ich war guter Dinge und zog mein Tempo weiter durch. Die Zuschauer puschten mich zusätzlich mit Anfeuerungen und Anerkennung. Der 2. Teil des Marathons war eindeutig der anspruchsvollere Teil. Vor 2 Bergen wurde ich schon vorgewarnt, sie waren tatsächlich so steil das ich erstmalig gehen musste. Danach ging es im normalen Renntempo weiter, 35 km geschafft und schon über 3 h gelaufen - Wahnsinn, jetzt noch eine dreiviertel Stunde durchhalten. Mittlerweile konnte ich mich von meiner Sonnenbrille verabschieden, dicke Wolken zogen auf, die auch nicht lange dicht hielten. Erst regnete es ganz leicht, aber je näher ich dem Ziel kam umso mehr schüttete es hernieder. Mich hat das nicht gestört, ich war warm. Aber die Zuschauer und unsere lieben Betreuer die für uns die Fotos schossen, harten tapfer aus.

Der Marathon war geschafft, die Zeit war für mich irre, aber in dem Moment begriff ich das noch nicht, ich musste noch ein Stück weiter. Vor dem letzten Berg bis ins Ziel hatte ich schon im Vorfeld den größten Respekt. Im strömenden Regen kämpfte ich mich mehr schlecht als recht hoch auf die Zielgerade. Auf der Zielgeraden noch ein kleiner Sprint und ich habe meinen ersten Rennsteigmarathon geschafft. Überglücklich, aber fertig, empfange ich meine Medaille und rufe: „Die habe ich verdient!“. Die Stimmung im Ziel ist fantastig, ich genieße es so gut ich kann.

Schade, mein erster Marathon ist vorbei. So ein Gefühl werde ich nie wieder haben, aber nach diesem Erlebnis wird es mir schwer fallen wieder den Halbmarathon am Rennsteig zu laufen.

Vielen Dank an unsere helfenden und unterstützenden Mädels, Christina und Manu, ohne die wären der Transfer und das Bildmaterial nicht so leicht umzusetzen.

Text: Jan Oestreicher

Bild: Christina Krüger, Manuela, Thoralf Scholz


 

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