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10./11.06.16 - Miriquidi Stone(wo)man

162km, 2 Länder, 9 Gipfel, 4400 Höhenmeter- und das alles absolvierte unser Stephan letztes Jahr an einem Tag mit dem Rad. Verrückt dachte ich und musste erst einmal nachlesen, was es mit dieser Tour auf sich hatte. Schon nach den ersten Zeilen war ich vollkommen Feuer und Flamme. Der Miriquidi Stoneman ist kein Wettkampf an einem bestimmten Tag - nein er bezeichnet eine Strecke über die höchsten Gipfel im Erzgebirge, die man von Mai bis Oktober quasi jeden Tag mit dem Mountainbike abfahren kann. Die bestens ausgeschilderte Strecke führt über Wald, Wiesen - und Waldwege, über Trail, Wurzel - und Geröllpfade sowie über Landstraßen und durch kleine Ortschaften. Man besorgt sich vorher einfach ein Starterpaket in einem an der Strecke liegenden Hotels, erklimmt Gipfel für Gipfel und locht auf jedem Gipfel die im Starterpaket enthaltene Stempelkarte. Schafft man die Strecke an einem Tag und kann am Startpunkt seine vollständig gelochte Stempelkarte vorweisen, erhält man als Belohnung eine schicke Trophäe mit einem goldenen Stein. Benötigt man 2 Tage gibt es den silbernen Stein- für eine 3 Tagestour gibt es Bronze. Ich las zahlreiche Erlebnisberichte und war infiziert mit dem Miriquidi - Virus.

Zufällig hatten meine Familie und ich im letzten Sommer ein paar Tage Urlaub in Oberwiesenthal - dem offiziellen Startpunkt des Miriquidi Stoneman -  gebucht - das würde ich mir also auf jeden Fall einmal aus der Nähe anschauen. Gesagt getan! Während es sich meine Familie bei 35°C im Schatten auf der Sonnenterasse des Hotels gemütlich machte, lieh ich mir ein Mountainbike aus und erkundete den Teil des Miriquidi Stoneman um Oberwiesenthal herum inklusive Erklimmung des Fichtelbergs. Von  nun an war es vollkommen um mich geschehen- ich wollte die gesamte Strecke bewältigen und war mir sicher, dass ich es auf keinen Fall an einem Tag  aber problemlos in 3 Tagen schaffen könnte. Nur eine Begleitung wäre irgendwie nicht schlecht. Überredungskünste waren nicht notwendig. Lediglich ein Erlebnisbericht von meinem kleinen Ausflug ergänzt mit Dingen, die ich bisher über den Miriquidi gelesen hatte, genügte, um Ines an meiner Seite zu wissen. Nachdem der Plan gefasst war, sollte es jedoch noch ein knappes Jahr bis zur tatsächlichen Umsetzung dauern. Die erforderlichen Urlaubstage wurden bereits bei der Jahresplanung fest eingepreist und im Frühling entschieden sich unsere Familien, uns zu begleiten. Das hatte den Vorteil, dass wir ohne großes Gepäck radeln konnten, da wir abgeholt werden würden, wenn wir nicht  mehr konnten und am nächsten Tag genau an diesen Punkt zurückgebracht werden würden, um unsere Tour fortzusetzen. In einem nächsten Schritt kümmerten wir uns um entsprechendes Equipment. Für Ines bedeutete dies ein neues Mountainbike, ich besorgte mir für mein Rad breitere Reifen mit mehr Profil und maximalem Pannenschutz, ich lernte Reifen und Schlauch selber wechseln und wir besorgten uns Kleidung für jede Wetterlage. Die letzte Stufe unserer Vorbereitung war schließlich der Anfängerkurs "Ladies only" im Trailpark auf dem Rabenberg (Gipfel Nummer 5 des Miriquidi Stoneman). Hier lernten wir unsere Räder noch einmal richtig kennen, lernten richtiges Kurvenfahren, Fahren und Bremsen in unwegsamen Gelände, Fahren über Hindernisse und beendeten den Kurs mit einer Fahrt über einen der Singletrails in dem weitläufigen Trailpark.

Jetzt konnte es losgehen! Wir waren inzwischen richtig aufgeregt und wollten endlich starten!

Am 9.6. ging es los! Wir checkten abends in unserem Hotel in Oberwiesenthal ein, erstanden unsere Starterpakete und studierten noch kurz die Karte bevor wir zeitig ins Bett gingen- die nächsten Tage würden anstrengend werden. Nach einem vorzüglichen Frühstück wurde an der Hotelrezeption noch schnell unsere Startzeit registriert und schon begann unser großes  Abenteuer. Bei perfekten Wetterbedingungen fuhren wir durch Wald und Wiesen und kamen langsam auf Betriebstemperatur. Eine kleine Unsicherheit mit der Beschilderung brachte uns gleich auf der 1. Etappe 2km Umweg. Gleichzeitig brachte sie uns aber auch die Erkenntnis- immer wenn kein Schild zu sehen ist - einfach geradeaus fahren. Auf diese Art und Weise gerieten wir nun nicht mehr auf Abwege und fanden auch ohne Karte oder GPS problemlos den richtigen Weg.

Zügig erreichten wir unseren ersten Gipfel- den Bärenstein. Hier trafen wir auf eine riesige Horde Holländer und es dauerte eine Weile, bis jeder sein erstes Loch in die Stempelkarte gestanzt und Fotos geschossen hatte. Nach einer Schussfahrt die Landstraße hinunter, die wir gerade hinauf geächzt waren, fuhren wir beide schon bald wieder ungestört durch Wald und Wiesen, legten Fotostopps ein und genossen die Landschaft. Aber nach jedem Ab gab es natürlich wieder ein Auf und umgekehrt. So erreichten wir schließlich den Pöhlberg und den Scheibenberg. Jedes Mal hatten wir dabei ein Déjà-vu  - denn jedes Mal auf den letzten 500 - 600 Metern ging es scharf nach link und steil nach oben. Einmal über eine alte Bobbahn, das andere Mal über grobes feuchtes Wurzelwerk und Geröll. Passagen, die für uns unbefahrbar waren und somit auch mal Schieben angesagt war. Da schmeckten die Nudeln Bolognese zur Mittagsrast doppelt gut. Für den ersten Tag setzten wir uns eine Deadline um 18 Uhr - 10 Stunden radeln sollten genügen. Letztendlich schafften wir noch über die Hälfte der nächsten Etappe, die uns zum Rabenberg bringen würde.  Wir bestellten unseren Fahrdienst nach Rittersgrün und hatten damit bereits 75 Kilometer absolviert. Wir waren unverletzt und gut gelaunt und freuten uns auf den nächsten Tag.

Gestärkt, halbwegs erholt und ohne jeglichen Muskelkater setzten wir am Samstag pünktlich um 8 unsere Fahrt in Rittersgrün fort. Leider war es nun deutlich frischer und die Regen - und Windjacke war im Dauereinsatz. Immer wieder begleitete uns ein leichter Nieselregen und bei den Abfahrten kroch uns der kühle Wind unangenehm unter die Haut. Aber die meiste Zeit des Tages kamen wir natürlich aufgrund der Anstrengungen eher ordentlich ins Schwitzen. Wir erreichten über den Trailpark den Rabenberg, wo wir uns noch einmal eine guttuende Tasse Kaffee gönnten, bevor es von nun an in noch höhere Gefilde ging. Langgezogene stetig bergan gehende Passagen waren von nun an der Tagesordnung. Kilometerlang ging es entweder Waldwege oder ruhige und fast einsame Landstraßen immer weiter nach oben. Da Samstag war, trafen wir unterwegs viele nette Mitstreiter, mit denen wir problemlos ins Gespräch kamen nachdem die immer gestellte Einstiegsfrage "Fahrt ihr Gold" geklärt war. Wir erreichten den Auersberg und den Plattenberg - den ersten Berg in Tschechien. Auch wenn sich der Hunger deutlich meldete, rollte es so gut und wir immer weiter, bis wir schließlich um halb vier den Plessberg (Plesivec) erreichten. Hier gönnten wir uns endlich eine etwas längere Pause und entschieden bei leckeren Pfannkuchen mit Erdbeeren und Sahne, dass wir den Miriquidi heute beenden wollten. Die vorletzte und schwierigste Etappe begann zunächst einmal mit schieben-  und das bergab.  Denn der schmale und vor allem steile Trail-offiziell auch als Gefahrenzone ausgewiesen - war für uns einfach nicht befahrbar. Schon bald konnten wir aber wieder aufsteigen und nahmen übermotiviert Fahrt auf in Richtung Silbertrophäe. Und dann begann er - der 9km und damit längste Anstieg der gesamten Tour hinauf zum Keilberg (Klinovec). Wir wechselten zwischen 200 Meter fahren, wieder 100 Meter schieben, 100 Meter fahren, mal 500 Meter fahren usw. Unsere Gespräche verstummten vollkommen, jeder kämpfte gegen die Erschöpfung, aufkommende Krämpfe, schlechte Laune und den Gedanken, doch aufzuhören. Endlich hatten wir sämtliche Wurzeln, Geröll, Matschlöcher überwunden und durften die letzten 2 Kilometer zum Gipfel auf der Landstraße fahren. Wir schwitzten, wir hatten Hunger, wir waren erschöpft und jetzt fing es auch noch an zu regnen. Den höchsten Gipfel der Tour erreichten wir im strömenden Regen. Wir konnten uns erst einmal weder freuen noch hatten wir uns was zu sagen. Wir waren nicht an unsere Grenzen geraten - wir waren deutlich drüber weg. Jede für uns suchte sich etwas zum Unterstellen und versuchte  mit Müsliriegeln, Gels und tschechischer Cola noch etwas Energie für die allerletzte Etappe aufzubauen. Der Regen nahm nicht mehr ab, es wurde zusehends später - wir mussten wohl oder übel aufsteigen- es waren ja schließlich auch nur noch 7,7km bis  zum Fichtelberg. 200 Höhenmeter hinunter - es war eiskalt - der Regen peitschte uns ins Gesicht - ich fluchte laut vor mich hin und wir freuten uns fast auf den Anstieg, denn durch die Anstrengung wurde es wenigstens wieder etwas wärmer. Kurze Zeit später war es tatsächlich geschafft -20:45 Uhr stanzten wir das letzte Loch in unsere Stempelkarte, machten unser persönliches Siegerfoto und dann auch schon wieder auf den Weg, denn es wurde langsam dunkel und wir mussten noch über die Monsterrollerstrecke hinunter nach Oberwiesenthal. Klatschnass, mit klappernden Zähnen aber überglücklich erreichten wir schließlich unseren Ausgangspunkt - das K1 Hotel, wo uns Uli einsammelte und in unser Quartier brachte. Hier konnten wir endlich unsere hart erkämpfte, wunderschöne, außergewöhnliche Silbertrophäe in Empfang nehmen. Feierlich wurde uns diese in alle  Einzelteile zerlegt in einem weißen Pappkarton überreicht und wir ließen es uns nicht nehmen, diese noch an Ort und Stelle auszupacken und zusammen zu basteln.

Nach einer erholsamen Dusche, vollkommen erschöpft und voller Stolz ließen wir bei von unseren Männern liebevoll zubereiteten Schnittchen unsere Erlebnisse der letzten zwei Tage noch einmal Revue passieren. Es war noch so unfassbar, dass wir es tatsächlich geschafft hatten - und das sogar in 2 Tagen statt den ursprünglich geplanten 3 Tagen.

Auch in den nächsten Tagen schwelgten wir natürlich in Erinnerungen und berichteten jedem, den es interessierte, von unserem Abenteuer. Wer (noch) mehr über den Miriquidi Stoneman erfahren möchte, kann hier: http://www.stoneman-miriquidi.com/  nachlesen oder -fragt uns einfach! ;o)

Text/Bild: Sabine Eckel


 

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