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02.07.2016 - 52. Sundschwimmen – Sabine ging nicht baden!

Als im Winter 2015 bei mir im Kraulkurs der Knoten platzte und ich doch tatsächlich den Dreh heraus bekam, wie das so geht mit dem Kraulen, setzte ich mir auch gleich ein großes Ziel für den Sommer 2016 - das Sundschwimmen! Als Kind habe ich in den Ferien oftmals meine Großeltern in Stralsund besucht und wir waren stets Zuschauer bei dem alljährlichen Sundschwimmen und bestaunten die zahlreichen Verrückten, die von Altefähr rüber nach Stralsund schwammen. In meinen Recherchen stellte ich fest, dass es bereits das 52. Mal stattfinden und die Freiwassersaison eröffnen würde. Maximal 1100 Startplätze wurden vergeben und zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass diese mehr als begehrt sind. Schon bei der Anmeldung war also Schnelligkeit gefordert, wenn man nicht auf der Warteliste landen wollte. Am 9.1. 8:00 Uhr wurde es also das erste Mal spannend - zu diesem Zeitpunkt öffnete das Anmeldeportal. Mit 2 PCs gleichzeitig versuchte ich einen Startplatz zu ergattern. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sich die Seiten endlich aufbauten und ich meine Daten eingeben konnte und anschließend eine weitere halbe Ewigkeit, bis ich diese abschicken konnte. Aber dann - nach genau 4 Minuten bekam ich die Bestätigung, dass ich Startplatz 964 bekommen hatte. 1 Minute später war das Anmeldeportal bereits wieder geschlossen - alle 1100 Plätze waren w wie weg - der absolute Wahnsinn!

Von nun an arbeitete ich schwimmtechnisch akribisch auf den 2.7. hin. Das bedeutete 3 - 4 Mal die Woche Training - ab dem Frühjahr schrieb mir meine Trainierin verschiedene Trainingsprogramme auf, so dass sich meine Kondition, Schnelligkeit und Technik stetig verbesserten. Ich konnte nicht genug bekommen vom "Kacheln zählen" - es machte einfach richtig Spaß. Tag X rückte immer näher - ich fühlte mich bestens vorbereitet - vor der Strecke an sich hatte ich keine Angst mehr. Meine größte Sorge war die Kälte - genauer gesagt die Wassertemperatur. Kurz vor dem Wettkampf las ich mich also schlau, wie man sich dagegen vorbereiten konnte und fühlte mich dann im Ergebnis mit Melkfett und Vaseline im Rucksack etwas beruhigter.

Und endlich war es dann auch so weit. Die letzten Wochen war das Wetter im Norden Deutschlands fantastisch - sommerliche Temperaturen, Sonne satt, perfektes Strand - und Badewetter. Es gab nur einen Knick in der Wetter - und Temperaturkurve. Und zwar nach unten und das natürlich genau am 2.7. - nur am 2.7! Starke Bewölkung, Regen und nur 18°C bestimmten den Tag. Letztendlich war es mir ja egal - ich würde eh nass werden- aber für die zahlreichen Zuschauer war das natürlich weniger schön. Rechtzeitig erreichte ich jedenfalls in Begleitung meiner Eltern und meiner Tochter die Badeanstalt Stralsund, wo es die Starterunterlagen gab und wo dann auch i.R. der Eröffnung noch einmal der Ablauf und die obligatorischen Belehrungen erfolgten. Neu in diesem Jahr war, dass wir alle ein Restube tragen mussten. Wenn einen die Kräfte verlassen sollten oder Kälte oder Krämpfe ein Weiterschwimmen unmöglich machen würden, könnte man an der Leine ziehen und schon hätte man eine eigene kleine Rettungsboje, an der man sich bis zur "Rettung" festhalten konnte. Ebenfalls neu war der in Altefähr aufgebaute Starterbogen, den wir alle passieren mussten und somit technisch als Starter registriert sein würden.

12 Uhr - der Nieselregen war in gleichmäßigen Regen übergegangen und 1082 Schwimmerinnen und Schwimmer stiegen in die 12 bereit stehenden Busse. Und los ging die Fahrt über die imposante Rügenbrücke nach Altefährt. Die Stimmung im Bus war super - wir kamen über alles Mögliche ins Gespräch und versuchten uns so gegenseitig etwas die Aufregung zu nehmen. Eine halbe Stunde später pilgerten wir alle wie Ameisen dem Strand und somit dem Startbereich entgegen. Das Wetter war inzwischen sehr ungemütlich - es regnete - der Wind wurde stärker und es wurde deutlich kühler. Noch 15 Minuten bis zum Startschuss und ich hatte weder Lust, meine lange Hose und meinen Pulli auszuziehen noch konnte ich mir vorstellen, mich jetzt gleich in diese eiskalte wellige Ostsee zu stürzen, um eben mal 2,35 km nach Stralsund zurück zu schwimmen. Der Sprecher sagte noch 7 Minuten bis zum Start durch, behauptete, dass die Wassertemperatur bei 21°C liegt und ich gab endlich meinen Kleiderbeutel ab. Ich hatte mich auch entschieden, auf den Rat zu hören, mich nicht mit irgendetwas einzucremen - das Ganze würde wohl temperaturtechnisch rein gar nichts bringen und einem im Anschluss nur das Handtuch und die Klamotten versauen, weil man es einfach nicht mehr vom Körper bekam.

Ich wagte mich ins Wasser und war total überrascht - das Wasser war warm! Wahrscheinlich war es sogar wärmer als die Luft. Also los gings. Wir wurden aufgefordert bis zur Startlinie ins Wasser zu kommen- der Sprecher sagte noch 2 1/2 Minuten bis zum Start durch und plötzlich passierte es- Fehlstart (wie so oft). Das Feld hatte sich plötzlich in Bewegung gesetzt und konnte nicht mehr aufgehalten werden - der Sprecher konnte nur noch durchsagen, dass das jetzt wohl der Start war. Da ich gerade bis zu den Knien im Wasser stand, sah ich zu, schnell ins tiefe zu gelangen und ins Schwimmen zu kommen. Dies gelang mir auch sehr gut und ich konnte ziemlich schnell frei schwimmen. Das Ziel hatte ich immer deutlich im Blick, denn in Stralsund hatte man einen Scheinwerfer aufgestellt, der uns quasi den Weg leuchtete. Ruhig und konzentriert begann ich zu kraulen, musste aber feststellen, dass ich immer wieder abtrieb und irgendwie im Zickzack-Kurs unterwegs war. Es wurde immer welliger - vor allem in der Fahrrinne war es für mich schier unmöglich zu kraulen. Nun gut- also Brustschwimmen - da sah ich wenigstens, wo ich hinmusste. Ich kam sehr gut voran, konnte sogar den einen oder anderen Mitstreiter überholen - das einzig störende waren die vielen glibbrigen Quallen, die ich ständig zwischen den Fingern oder im Gesicht hatte. Aber der Weg war das Ziel und dieses rückte unaufhaltbar näher. Inzwischen drangen schon Wortfetzen von den Sprechern rüber und schließlich kam auch die Seebrücke in Sicht, die die letzten hundert Meter ankündigte. Das Wasser wurde hier dann auch so flach, so dass wir alle aufstehen und das letzte Stück bis ins Ziel hinein laufen mussten. Überall standen Helfer im Wasser und fragten, ob es uns gut ginge und halfen uns die letzten Meter die rutschige Treppe hinauf. Und schließlich piepte es auch bei mir und ich hatte nach 53 Minuten den Sund durchquert. Noch etwas wacklig auf den Beinen torkelte ich durch den Zielbereich, erhielt ein schönes gelbes Handtuch und heißen Tee und war einfach nur stolz und glücklich, dieses Abenteuer erfolgreich gemeistert zu haben. Schnell hatte ich meine Lieben wiedergefunden - sogar meine Oma war inzwischen in die Badeanstalt gekommen und freute sich riesig, dass in 52 Jahren Sundschwimmen endlich jemand aus ihrer Familie aktiver Teilnehmer war. Und auch ihre Frage, ob ich mir das noch einmal antun würde, konnte ich sehr schnell mit ja beantworten - also jedenfalls wenn ich einen Startplatz abbekommen würde.

Zusammenfassend bleibt mir nur noch zu sagen, dass das Sundschwimmen eine sehr gut organsisierte Veranstaltung ist, bei der es vor allem um die Sicherheit und Gesundheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer geht. Letztendlich sind von den 1082 Startern auch 1081 losgeschwommen und 1071 sind erfolgreich ins Ziel gekommen. Nur 10 Schwimmerinnen und Schwimmer mussten aufgrund Kälte und/oder Krämpfen den Wettkampf aufgeben. Auch die letzte Teilnehmerin schaffte es noch unter der magischen 2-Stundenmarke - und sie ist 81 Jahre alt!

Alle weiteren Informationen und die Ergebnisse kann man hier nachlesen: http://www.sundschwimmen.de/ausschreibung.php

Und nun? Auf zu neuen Herausforderungen!

Text/Bild: Sabine Eckel


 

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