18.06.2013 - Tag 11 - Stornäset

Steffen is not amused! Wir hatten heute 35km ohne jegliche Straßenrandmarkierung. Das ist ziemlich ätzend, da sich so der Asphalt gegen den Straßengraben nur schlecht abhebt. Einen Sturz gab es aber zum Glück nicht. Ansonsten lief es bei uns heute wie beim sprichwörtlichen Länderspiel. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen und die Dehnungsübungen tuen weniger weh als die Tage zuvor. Sollten sich unsere Körper etwa an die Lauferei gewöhnt haben? Ich bin skeptisch was Jubelarien betrifft aber ich denke schon, dass nach 11 Tagen eine Anpassung stattgefunden hat. Ob die sich fortsetzt oder aber kippt wird man sehen.

Wo das wächst ist die Ananas weit

Wo das wächst ist die Ananas weit

Auf unserem heutigen Zeltplatz, der wie auch schon andere auf unseren kostenintensiven Schweizer Regionalkarten von Kümmerly und Frey (buhh!) wieder einmal nicht vermerkt war, berichtet uns ein Angestellter, dass vor ein paar Jahren 3 irre Deutsche mit ihren Schwalben (Mopis) von Thüringen ans Nordkap gefahren seien und hier Station gemacht hätten. Dreitausendfünfhundert Kilometer auf einem Gefährt, dass nicht besonders schnell, nicht besonders sicher und nicht besonders bequem ist. Und, äh, zurück musste man ja auch wieder – mit dem Schwälbchen, versteht sich, und nicht mit einer Boing! Da haben wir es leichter, glauben wir, denn wir dürfen einmal zu Fuß und das andere Mal mit dem Auto die Strecke hinter uns bringen.

Schweden soll ja das Land der Myggas sein. Bisher konnten wir das nicht glauben, doch gestern traf es uns mit voller Wucht. Ich hatte nach der Etappe einen Schlafplatz, wie üblich an einem Gewässer, ausbaldowert und holte Kathrin und Steffen nach. Doch gerade als wir den Transporter geparkt hatten kam die Attacke. Sehr viele, sehr hungrige Mücken umschwärmten uns und wir unternahmen nicht einmal den Versuch das bewährte Anti-Brumm (kein Witz, das Zeug heißt so) zu versprühen. Rein ins Auto und weg.

Mückenstich auf Steffens Augenlid

Mückenstich auf Steffens Augenlid

Die Alternative war ein Zeltplatz mit phänomenaler Sicht auf einen See und ein Wind, der der kleine Bruder vom Orkan war. Wir nahmen es hin. Später warf ich dann noch mal die Angel in die Pfütze und fing am 10. Lauftag meinen 2. Hecht. An dieser Stelle darf ich Sigi danken, der mir seine Rute anvertraute. Lieber Sigi, Du wirst Deine alte Rute aber nicht wieder sehen. Ich war gezwungen, sie gegen ein jüngeres Modell einzutauschen. Na gut, vielleicht ist eintauschen nicht der richtige Begriff, wichtig ist doch aber, dass es überhaupt wieder eine Angel gibt, oder? Wir sind doch noch Freunde, Sigi?

Haltet Euch im Schatten auf! Euer Holgerson


 

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