22.06.2013 - Tag 15 - Heden, 1000km vor dem Nordkap

Helden in Heden! Ja, uns mein ich. Und erst recht wenn man sieht was heute wieder mal für ein Wetter war: Regen, aber wenigstens warme Temperaturen. Nun, zugegeben, es fühlt sich schon geil an eintausend Kilometer am Stück gelaufen zu sein, auch wenn das n u r die halbe Miete ist. Wie schon erwähnt, das Heute ist unser Jetzt und was morgen wird bleibt abzuwarten.

…mit links!

…mit links!

Noch mal zurück zu gestern. Die Midsommar-Party war dann doch endlich, obwohl ich gegen 23 Uhr noch einem Spektakel besonderer Art beiwohnen durfte. Ich sitze also mal wieder im Führerhaus und lese schwere Literatur, da nähert sich die Jugend des Campingplatzes mit lautem Geschrei. Zwei Kerle und ein Mädchen, welches offenbar von den beiden umgarnt wird, plus Gefolge gehen zum See und hüpfen aus ihren Kleidern. Offensichtlich soll eine Mutprobe folgen, denn anders würde ich die Absicht bei orkanartigem Wind und zarten 10 Grad ins Wasser zu steigen nicht beschreiben wollen. Gut gebrüllt Löwe, könnte man sagen und die Jungs rannten schreiend rein und kamen nach 4 Sekunden brüllend vor Kälte zurück. Draußen stand man dann und schaute auf die Umworbene, die in aller Seelen Ruhe ebenfalls ins Wasser ging und nach 4 Minuten Schwimmens ganz unaufgeregt an Land spülte. Da waren die Kerle aber schon in den warmen Klamotten. Meinen Respekt, meine Liebe!

Mann, das Wichtigste habe ich gestern mit Aussicht auf die kulturelle Abwechslung glatt vergessen. Ich sah beim Laufen den, von dem man weder geknutscht noch getestet werden möchte. Ich sah einen Elch. Der Tatort: gerade Straße im nördlichen Mittelschweden, 150 m voraus. Eine Kuh, offensichtlich, da ohne Kopfschmuck, steigt von rechts sehr langsam aus‘m Gebüsch, schaut, der Verkehrsregeln gewahr, nach links und rechts, läuft auf unsere Spur und verharrt. Eins der beiden Hinterbeine verbleibt dabei in der Luft. Erst denke ich sie nimmt unseren sportlichen Duft war, ist dadurch betäubt oder mindestens irritiert, dann aber höre ich, dass sich ein Auto nähert. Auch dieser Kuh, meinen Respekt! Was für Öhrchen. Was dann folgt erschließt sich mir nicht vollständig. Die Straße zu queren erfordert 5 weitere Elchschritte. Energie für’s Wendemanöver muss nicht aufgebracht werden. Doch, da schau her, die Kuh wendet und geht dahin zurück wo sie einst herkam. Liebe Zoologen, die ihr diesen Blog lest. Warum tut dieses Tier das? Damit ich des Nachts wieder schlafen kann schickt eure Antworten bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Euer Holgerson


 

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