29.06.2013 - Tag 22 - Hinter Övre Soppero

Wir laufen täglich über 65 km, insgesamt 2000 an 30 aufeinander folgenden Tagen und denken, dass genau darin die Leistung bestünde. Doch letzte Nacht wurden wir belehrt, von Mücken, und zwar eines Besseren. Vergesst alles was ihr über diese Tiere wisst, was ihr gehört oder auch selbst erfahren habt. Das hier war zehn Mal schlimmer. Der Campground mutete von vornherein schon eigenartig an, wirkte trotz besetzter Rezeption so verlassen. Wir rechneten damit, dass jeden Moment kugelförmiges Dornengestrüpp über den staubigen Platz weht.

Das wir Abendessen verlegten aufgrund der vielen Myggas bereits in den Transporter. Gegen elf hopste ich ins Obergeschoss, wollte eigentlich schlafen, aber dann ging es los. Es surrte an jeder Ecke, ich klatschte eine nach der anderen ans Autodach oder bereitete sie zwischen den Händen für’s heimische Tierherbarium vor, doch es half nix, rein goar nix! Irgendwann schlossen wir die Gaze verhangene Autotür und meinten, dass das des Pudels Kern sein müsse. Oh, ihr Einfallspinsel, daneben gedacht. Als letzte Möglichkeit der Vermeidung des kollektiven Wahnsinns durch Insektensurrrrrrr und Angst vor Stichen schlossen wir die Dachluke. Ihr ahnt sicher was passierte, richtig, genau das und was blieb war ein ziemlich stickiger Transporter und Schlaflosigkeit. Wir killten dutzende von den Viechern und konnten einfach keinen Schlaf finden. Gegen 5 Uhr muss es dann doch passiert sein, leider mussten wir 7 Uhr aufstehen und fühlten uns wie erschlagen. Selbst der Morgenkaffee wirkte nur mäßig und so schleppten wir unsere müden Körper nicht enden wollende Kilometer und viele Stunden über den Läppischen Asphalt. Jetzt nach dem Abendessen sind wir alle ziemlich kaputt und hoffen auf eine bessere Nacht. Und das sieht erst einmal auch ganz gut aus, denn immerhin konnten wir im Freien essen.

Morgen, liebe Freunde der gepflegten Algebra, zählen wir zweiundzwanzigacht am Morgen und dreiundzwanzigsieben am Abend. What a great number! Und dann heißt es umflaggen, denn wir werden am Montag in Finnland einreiten. Aber auch das nur für 99 km, spricht 1,5 Tage, denn dann schlüpfen wir in den Norweger Pullover und ab zum Finale. Zum Thema Norwegen, Oslo. Meine Eltern berichteten am Telefon gerade, dass es in Oslo eine Mückenplage geben soll. Das-will-ich-sehen! Wahrscheinlich ist einem Journalisten des Oslo Dagblatt ein Mückenpärchen an zwei aufeinander folgenden Tagen begegnet und der machte dann eine riesen Sache daraus, was Graues mit Rüssel. Soll er mal hier zu uns nach Sämmäräinen Luspavaara kommen. So geht Plage.

Euer Holgerson


 

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