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2. Tag 22.04.2026 - Wunderschöne Dörfer

Zuerst einmal muss ich eine Korrektur zu gestern anbringen. Da ich die 9 km bis zum Galgenberg geradelt war und ich die Länge der Strecke mit eingerechnet hatte, muss ich auch die 30 min. Fahrzeit mit einrechnen. Es waren also 58,6 km in 3:15 h reiner Fahrzeit. Sorry.

Früh am Morgen aufgewacht, aus dem Fenster geschaut, strahlender Sonnenschein. Das Fenster geöffnet, kam mir sehr kalte Luft entgegen. Genau das hatte der Wetterbericht vorhergesagt. Es blieb dann auch bis deutlich nach dem Mittag sehr frisch, aber immer bei strahlendem Sonnenschein. So packte ich erst einmal meine Sachen zusammen, ging in Ruhe Frühstücken und ließ den Tag ganz entspannt beginnen. Muskelkater vom Vortag verspürte ich nur in sehr extrem geringem Maße. Meine Knie und Plattfüße hatten sich auch gut erholt.

Um kurz vor 11 Uhr hatte ich mein Gepäck auf dem Rad verstaut und ich startete zur Tagesetappe zwei. Sie sollte mich über viele kleine Dörfer im Vorharz in Richtung Thale führen und das gelang auch insgesamt richtig gut. Manchmal benötigt man trotz Routenplaner und Navi auch mal eine Bestätigung, dass man sich auf der richtigen Straße befindet, in die richtige Richtung fährt oder sich einfach nur gut orientiert hat. Ich sage Euch, fragt keine jungen Menschen, egal ob Mädchen oder Jungen. Die wissen nicht, wie die Straße heißt, in der man sich befindet, nicht in welcher Richtung der 2 km entfernte Nachbarort liegt, geschweige denn, wie die nächste Querstraße heißt. Sie zücken ihr Handy und wollen googlen. Fragt einfach alte Menschen, egal ob Mann oder Frau, da weiß man sehr genau, was man bekommt. Am besten solche Menschen, die gerade in ihrem Hausvorbeet, Garten oder auf dem Feld arbeiten oder gerade ihre Tiere versorgen.

  1. Sie kommen sogar sofort auf die andere Straßenseite gerannt. Sie wollen helfen.
     
  2. Man hat immer das Gefühl, dass sie froh sind, mal mit jemandem quatschen zu können.
     
  3. Sie können Dir sehr genau sagen, wo Du gerade bist, wie der Ort und die Straße heißen.
     
  4. Auf den Punkt vermitteln sie Dir, wo Du lang musst, welcher Ort sich in welcher Richtung befindet, wo Du mit dem Rad gut durchkommst.
     
  5. Du erfährst allerdings auch alle Dinge, die Du nicht gefragt hast: wo wann warum eine Straße neu angelegt wurde; wo wann warum eine Straße neu asphaltiert wurde; warum die Straße jetzt einen abweichenden Verlauf zu früher hat und da jetzt ein Kreisverkehr ist; welcher Baum, Supermarkt, auffälliger Acker-Pflanzenbewuchs, alter Verteilerturm oder was auch immer es im urbanen biotischen Raum es noch alles gibt, sich befindet.
     
  6. Sie sind einfach nur unglaublich nett, freundlich und hilfsbereit. Sie wollen ihr Wissen weitergeben.
     
  7. Bevor sie anfangen, Dir noch ihre Familien- und Lebensgeschichte zu erzählen, musst Du die Ausrede benutzen, dass Du weitermusst und heute noch einen langen Weg vor Dir hast. Ansonsten könntest Du auch ein Quartier für die Nacht bekommen, aus Dankbarkeit, dass Du einfach nur zugehört hast.

Ich kam durch sehr viele kleine Dörfer, einige davon waren wunderschön, alles sauber, alles hergerichtet und gepflegt. So beeindruckte mich z. B. ein alter Brunnen in Ülzigerode. Allerdings sind Wegweiser und auch Schilder mit Straßennamen nicht mehr gut im Gebrauch. Kurz vor Meisdorf dann hatte ich einen wunderschönen Blick auf die einiger Entfernung liegende Burg Falkenstein. Gerade aus konnte ich zwar etwas verschwommen, aber gut zu identifizieren, den Brocken sehen. Das weckte viele Kindheitserinnerungen in mir. War ich doch in meiner frühesten Kindheit sehr häufig in Meisdorf, Gernrode, Ballenstedt und im Selketal mit meinen Eltern im Urlaub. Auch Ballenstedt und Gernrode durchradelte ich danach noch.

Laut Routenplaner sollte ich ab Gernrode einen Radwanderweg immer entlang des Wellbach folgen. Schon nach wenigen Metern verweigerte ich diese Option, seht selbst. Ich nahm dann die Landstraße und siehe da, ab Bad Suderode führte ein separater, gut ausgeschilderter Fahrradweg (R 1) abseits der Straße bis nach Thale. So erreichte ich mein Tagesziel. Auf dem Tacho standen 60,9 km in 3:25 h reiner Fahrzeit.

Mein heutiges Quartier ist bestimmt jenes mit dem wenigsten Luxus, aber mit der wahrscheinlich größten Idylle. Morgen werde ich meinen ersten Pausentag einlegen, bevor ich am Freitag nach Schierke weiterradeln werde. Ich sitze mitten im Grünen, lasse die Sonne mir die ersten Pigmente verpassen und den lieben Tag einen guten Mann sein. Und das werde ich bis mindestens zum Sonnenuntergang auskosten.

LuSche