Tag 18 - 08.05.2026 - Durch die Schorfheide in die Uckermark
Dort wo ich die letzten beiden Nächte in der Jugendherberge verbracht habe, war gleichzeitig eine 5. Klasse aus Berlin. Hier hatte die Lehrerin zur Abendunterhaltung eine mobile Filmvorführungsanlage dabei. Und da das Fernseh-Streaming wegen des langsamen Internets kaum möglich war, freute ich mich sehr, dass ich mich beim Film schauen mit dazusetzen durfte. So sah ich gestern den Film „102 Dalmatiner“.
Heute ging es dann für mich kurz nach 10 Uhr los. Zuerst auf sehr kleinen verkehrsarmen Straßen. Da entdeckte ich vor einem Campingplatz ein Relikt aus vergangenen historischen Zeiten. Eines langes Stück des Weges fuhr ich entlang des Finowkanals und setzte über eine Fußgänger-Radwegbrücke in der Nähe von Zerpenschleuse zu dieser über. Im Ort dann begeisterte mich der gestaltete Uferbereich des Finowkanals. Das Dorf ist sehr langgezogen und sehr schmal immer auf einer Seite des Kanals. Und fast der gesamte Uferbereich im gesamten Ort ist mit einem sehr gepflegten etwa 5 m breiten Wiesenstreifen versehen. Und entlang dieser Wiesen stehen auf der ganzen Länge unzählige Sitzbänke. Da finden bestimmt alle Einwohner ein lauschiges Plätzchen am Wasser mit Blick auf die andere unbebaute Uferseite.
Dann fuhr ich ein recht langes Stück durch die Wälder der Schorfheide. Es waren ca. 20 km. Dabei waren die Feld- und Waldwege zwar sehr breit und alle trocken, aber doch recht schwierig zu fahren. Mal war der Untergrund uneben, mal waren längere sandige Abschnitte dabei (das Rad schwamm wieder öfter) und mal war der Weg mit Kopfsteinpflaster von Paris-Roubaix bestückt. Es ließ sich alles fahren, aber schön war es nicht. Natürlich war ich immer voll konzentriert und aufmerksam, um Unbilden ausweichen zu können. Und urplötzlich erschien in meinem Augenwinkel seitlich extrem dicht völlig überraschend neben mir ein anderer Radler, der mich überholte. Ich hatte ihn nicht gehört, dachte den Wald menschenleer und habe mich mächtig erschrocken, nahe dem Herzinfarkt. Er lächelte, grüßte mich und rauschte sportlich davon. Insgesamt erinnerte mich die ganze Gegend an meine Armeezeit. Ich wartete darauf, dass irgendwann irgendwo Soldaten während einer Manöver-Übung angestürmt kämen.
Die letzten Kilometer in Richtung Templin und dann bis ins Tagesziel radelte ich wieder auf oder neben der Straße. Am Ortseingang in Templin begeisterte mich dann das sehr schöne „Willkommensschild“. Nach einem kleinen Einkauf rollte ich wieder aus Templin heraus und begegnete dabei einem alten Wasserturm. Von weitem sah er schön aus, von nahem dann verschwand der Glanz. So kam ich recht entspannt in die Uckermark in mein heutiges Etappenziel Mittenwalde. Auf der Anzeige standen 70,9 km in 3:28 h.
Morgen geht es dann auf Gipfel Nummer 4 und dann ins Wochenend-Quartier nach Burg Stagard.
LuSche


