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Tag 32 – 29.08.2026 – Eine unerwartete Enttäuschung

Heute nun begann meine „Ost-Runde“. Sie wurde zum letzten Aufbruch und zur Beendigung der „Entdeckungsreise“. Gestern hatte ich meine Anreise gestartet und wollte auch gestern noch zum Fichtelberg. Das Wochenende würde ich als Gast auf dem Hof des Lebensgefährten meiner Tochter und dessen Eltern in Chemnitz verbringen. Während der Fahrt zeigte mir die Bordelektronik im Display plötzlich „niedriger Reifendruck“ im Rad hinten rechts. Der Druck nahm immer weiter ab und ich schaffte es gerade noch in eine Tankstelle. Von dort rief ich den ADAC und war nach dem Räderwechsel ab sofort mit dem „Heimbringer“ und maximal 80 km/h unterwegs. Durch den erheblichen Zeitverlust verschob ich die Erkundung des Fichtelbergs auf den nächsten Tag und quartierte mich auf dem Hof ein. Hier verbrachte ich ein tolles Wochenende, wurde super aufgenommen, köstlich bewirtet und genoss nette Beisammensein und Unterhaltungen.

Nach einer wegen des späten Zu-Bett-Gehen etwas leicht kurzen Nacht setzte ich mich zum Gipfel in Bewegung. Diesen erreichte ich gemütlich um die Mittagszeit. Oben angekommen gibt es einen ganz kleinen Kreisverkehr, von dem aus man auf den Parkplatz abbiegen kann. Hier begann die doch schon sehr große Enttäuschung. Unmittelbar nach dem Kreisverkehr war der Asphalt entfernt. Es ist alles eine riesige Baustelle. Ich musste vom Asphaltende aus 10 cm mit dem Auto über eine scharfe Kante nach unten auf den Schotter. Der Rest der Straße und auch der gesamte Parkplatz haben zurzeit diesen Schotter-Untergrund. Auf der Zufahrt zum Parkplatz befindet sich mitten auf der Straße ein großer Kanaldeckel. Der schaut momentan genau diese 10 cm hoch über den Schotter hinaus. Es ist gerade noch möglich links oder rechts daran vorbeizufahren.

Bei der Auffahrt auf den Parkplatz und komplett ringsherum stehen ca. 15  Hinweisschilder mit „kostenpflichtiger Parkplatz“ „Kennzeichen werden beim Ein- und Ausfahren gescannt“ „Nichtbezahlen kostet 45 Euro Strafe“ „Zum Parkende zahlen Sie per App online oder gehen Sie zum Parkautomaten“. Nun, ich erkundete erst einmal den Gipfel. Ich weiß, dass die Stadt Oberwiesenthal den Gipfel Anfang des Jahres an einen neuen Eigentümer bzw. Pächter vergeben hat. Und dieser buddelt den gesamten Gipfel um. Überall ist Baustelle, die Hälfte des Areals ist abgesperrt, überall Gitter, Flatterband, Baumaschinen, Baugruben und die Gastronomie des Gipfelhotels außer Betrieb. Als Ausweich steht ein großer Imbisswagen davor. Die vorhandene Selbstbedienungsgastronomie hat geöffnet. Alle Gäste sitzen auf behelfsmäßigen Biertischgarnituren. Selbst unmittelbar neben der bekannten Friedensglocke ein großes eingezäuntes Bauloch. Die Seilbahn, der Sessellift und auch der Skilift waren in Betrieb. Es war eine reichliche Anzahl an Menschen auf dem Gipfel.

Ich ließ mich an der bekannten Steinsäule fotografieren. Sie ist so ziemlich die einzige Konstante auf dem Gipfel. Sie markiert diesen aber nicht. Auf einem direkt daneben angebrachten Schild findet man die Erklärung, dass dies ein geodätischer Referenzpunkt ist.

Sie steht auch nicht am höchsten Punkt des Berges. Auf diesem steht genau links vor dem Hotel das hier abgebildete Holzgestell. Es ist laut Google Earth dort der höchste Punkt, was ich auch mit den Augen optisch so einschätze. Aber was heißt das schon? Es zählen nur natürliche Höhen und es ist ja alles zubetoniert. Kein Gipfelkreuz, keine Gipfelmarkierung, kein Gipfelschild, kein Ifo-Schild mit der Nennung des Berges, der Höhe und seiner Besonderheit des höchsten Berges Sachsens. Nur Baustellen, Fressbuden, nichts, was zum Aufenthalt einlädt. Ich wollte nur noch schnell wieder weg.

Wieder zurück am Auto suchte ich den Parkautomaten. Ich entdeckte ihn dann etwa 60 m entfernt vom Auto an der Rückfront des Hotels versteckt hinter einem Bretterverschlag. Dort ist man zwar dann gut wettergeschützt, aber ein Hinweisschild wäre super. Am Automaten angekommen, las ich im Display – „Parksystem zurzeit nicht aktiv“. Wenn auch der Weg zum Automaten hin und zurück überflüssig war, war kostenfreies Parken das einzig wirklich angenehme an diesem Besuch. Zu allem Überfluss hatte ich oben auf dem Berg keinen Handyempfang. Ich floh mit der Hoffnung, in Zukunft freundlichere Erkundungen zu erleben.

LuSche