Tag 10 - 30.04.2026 - Bernburg in seiner Schönheit und mit seinen Problemen
An meinem gestrigen „Ruhetag“ unternahm ich eine kleine touristische Rundreise durch Bernburg. Ich war etwa 3,5 Stunden unterwegs. Der Tacho zeigte am Ende 10,3 km in 0:58 h reiner Fahrzeit. Zuerst wollte ich mir die Fähre anschauen. Im vergangenen Jahr wurde in den Medien groß angekündigt, dass das alte Fährschiff nur noch wenige Tage im Dienst wäre und durch einen neuen Fähr-Katamaran ersetzt werden würde. Zu meinem Erstaunen sah ich immer noch das alte Schiff seinen Dienst versehen. In einer Unterhaltung mit dem Fährmann erfuhr ich, dass niemand weiß, wann der neue Katamaran kommt. Er liegt immer noch in Havelberg in der Werft.
Die Saale hat zurzeit einen sehr niedrigen Wasserstand. Über das Wehr neben der Schleuse tröpfelt das Wasser nur in Rinnsalen hinweg. Durch die Schleuse wurde gerade zufällig mal eine Yacht geschleust – heutzutage ein eher seltener Anblick.
Weiter führte mich mein Weg zur Sonnenuhr auf dem Karlsplatz. Auf dem Foto ist hinter der Sonnenuhr das Landratsamt des Salzlandkreises zu sehen, wo der Landrat, Markus Bauer, seinen Arbeitssitz hat. Er dürfte den Teilnehmern des Saalelaufes von 2003 noch gut in Erinnerung sein.
Danach gönnte ich mir bei Schmelzer vier Kugeln Eis und lauschte an der Blumenuhr der Melodie von „An der Saale hellem Strande“, die diese zu jeder halben und vollen Stunde abspielt. Dann noch kurz in den Innenhof des Schlosses mit Eulenspiegelturm hineingeschaut und zurück in Richtung Alter Markt.
Hier entdeckte ich zwei jungen Männer, schätzungsweise Anfang 20, die an einer langen Mauer ein Graffiti anbrachten, welches mir supergut gefällt. Es beinhaltet den Schriftzug „Bernburg an der Saale“ ergänzt durch die Silhouette eines Fahrgastschiffes. Ich kam mit Magnus und Niclas in ein längeres interessantes Gespräch, wobei ich sie dadurch ein wenig von ihrem künstlerischen Schaffen abhielt. Sie wollen schließlich in zwei bis drei Tagen fertig werden. Wir sprachen über die teilweise Trostlosigkeit der Innenstadtzentren, die auch in Bernburg deutlich spürbar ist. Der Alte Markt und auch eine der zentralen Einkaufsstraßen, die Wilhelmstraße, glänzen mit leerstehenden Ladenlokalen, wenig Anziehungskraft und lassen jegliches Flair vermissen. Nichts lädt zum Aufenthalt ein. Hier haben sie Ideen, wollen mithelfen diese urbanen Räume wieder attraktiver werden zu lassen. Menschen, vor allem junge Menschen, sollen sich wieder mit Freude und guten Gefühlen gern dort aufhalten wollen. Ihr Graffiti ist eine erste Anregung dazu. Bleibt zu hoffen, dass sie Mitstreiter finden, bei den Entscheidungsträgern in den entsprechenden Funktionen und Positionen gehört werden und dass diese dann die notwendigen Maßnahmen zielgerichtet einleiten, vielleicht mit ihnen gemeinsam. Ich drücke jedenfalls die Daumen.
Ich erzählte ihnen auch von meiner Reise. Sie wollen sich auf unserer Homepage regelmäßig darüber informieren. Bei meinem nächsten Besuch in Bernburg werde ich mir auf jeden Fall das fertige Kunstwerk anschauen.
Vorbei an meinem Geburtshaus geradelt, erledigte ich noch einen kleinen Einkauf im Supermarkt. Hier half ich einem älteren Herrn seine Einkäufe in seiner Beuteltasche zu verstauen. Jeder hat nun mal bloß zwei Hände und manchmal braucht es vier. Er dankte es mir mit einem freundlichen Lächeln.
„Die kürzeste Entfernung zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.“ Der Name des Urhebers dieses Ausspruches ist mir gerade entfallen.
Zum krönenden Abschluss des Tages erhielt ich dann noch Besuch. Meine „kleine“ Tochter war mit meiner Enkelin und sowohl ihrer guten Freundin als auch Freundin der Familie mit deren Tochter angereist. Mit dieser vierfach geballten Frauen-Power ging ich dann in der Innenstadt in den „Saale-Grill“ zum Abendessen. Dabei gönnte ich mir auch das ein oder andere kühle Hopfengetränk.
Heute lege ich konsequent meine Füße hoch und ruhe mich aus. Die nächsten beiden Etappen sind zwei von nur fünf Etappen, die länger als 70 km geplant sind. Da kommen dann noch zwei Etappen im Norden an der Küste und die vorletzte geplante Etappe von Riesa nach Leipzig mit mehr als 70 km.
LuSche


