Tag 15 - 05.05.2026 - Durch die Stadt zum 3. Gipfel
Gestern am Abend bekam ich noch netten Besuch. Meine große Tochter war mit ihrem Freund und meiner Enkelin nach Potsdam gekommen und wir sind zusammen Abendessen gegangen. Da ich ja ab nun immer Richtung Norden unterwegs bin und mich damit von Halle entferne, werden sich solche Treffen für längere Zeit nicht mehr ergeben. Schön solch familiärer Beistand, vielen Dank.
Heute nun ging es von Potsdam durch den Berliner Süden fast immer von West nach Ost. Große Teile war ich auf gut fahrbaren Radwegen neben verkehrsreichen Straßen auf Haupteinkaufsmeilen unterwegs. Da war ich froh, wenn ich mal durch ein stilleres Wohngebiet kam. Insgesamt überquerte ich ständig Flüsse, Kanäle oder Wasserflächen und musste an unendlich vielen roten Ampeln anhalten. Unterwegs traf ich auch auf den Berliner Mauerweg, dem ich trotz Nord-Süd-Verlauf immerhin für 5 km folgen sollte.
Vorbei am Schloss in Köpenick über den Müggelheimer Damm musste ich dann die letzten 1,3 km bis zum Gipfel durch den Wald „senkrecht“ berghoch. Aber das war kein Problem, nur an einer Stelle war es sehr steil und uneben. Da habe ich mal die ca. 40 m geschoben. Übrigens habe ich auch bergabwärts an dieser Stelle geschoben. Die Vernunft hat gesiegt.

Und dann war er da, der Gipfel von Berlins höchstem Berg, der Große Müggelberg mit 114,80 m. Berlins höchste Erhebung misst zwar 120 m, ist aber ein nach 1945 aus Schutt und Trümmern zusammen gekarrter Haufen. Und als Berg zählen nun mal nur natürliche Gipfel. Ein wenig trostlos war der Gipfel dann schon. Keine weitere Menschenseele zu sehen, nur dieses primitive Kreuz, kein Ambiente, kein Flair, kein Grund dort länger zu verweilen. Und alle 2 min. düste ein vom BER gestartetes Flugzeug direkt darüber hinweg.
Den ganzen Tag war ich mal im minimalen leichten Nieselregen oder auch mit Regenpausen unterwegs, aber die Temperaturen waren angenehm. Aber der Regen war kein Problem. Ich radelte jetzt wieder straff nach Norden. Vorbei am „Stadion an der alten Försterei“, dem FEZ und der Trabrennbahn Karlshorst (welche einen extrem runtergekommenen Eindruck macht) durch die Wuhlheide erreichte ich kurz vor dem Berliner Tierpark mein heutiges Nachtquartier. Dort hatte ich dann 65,4 km in 3:48 h zurückgelegt.
Ab Morgen geht es wieder nur nach Norden. Die nächsten beiden Tage werde ich Quartier in der Jugendherberge am Liepnitzsee beziehen. Solltet Ihr dann zwei Tage nichts von mir lesen, könnte das an der Tatsache liegen, dass die Herberge mit folgendem Slogan wirbt: „Lassen sie ihr Handy zu Hause, bei uns ist kein Empfang“. Na mal sehen, wie es wirklich wird.
LuSche


