Tag 14 - 04.05.2026 - Der krasse Kontrast zu vorgestern
Am gestrigen Ruhetag in Wittenberg hatte ich überlegt, einen Abstecher auf den Friedhof zu unternehmen. Wie der Homepage des LVSA zu entnehmen war, ist Erhard Kurz im April dieses Jahres im Alter von knapp 90 Jahren verstorben. Erhard war ein Wurftrainer des SC Chemie Halle/SV Halle, mit dem ich mich mehrere Jahrzehnte sehr gut verstanden hatte. Als Rentner war er zurück in seine Heimat nach Wittenberg gegangen. Ich hatte einen Tipp bekommen, dass er vergangene Woche in Wittenberg beigesetzt wurde und wo ich seine Grabstelle finden würde. Wegen der 67 Treppenstufen runter und hoch entschied ich mich dann gegen diesen Besuch. Ich muss einfach meine Knie schonen, da kommen ja noch ganz andere Herausforderungen. Und sie werden gebraucht. Lieber Erhard, auch so, vielen Dank für die gemeinsame Zeit, Ruhe in Frieden.
Heute gegen 10 Uhr begann ich meinen Weg nach Potsdam. Die Temperaturen waren nicht mehr so niedrig frühmorgens wie an den letzten Tagen und der Himmel war leicht bewölkt. Das war sehr angenehm im Vergleich zum Samstag. Wer auf der Landkarte einen Strich von Wittenberg nach Potsdam zieht, wird sehen, dass dieser komplett mit dem Verlauf der Bundesstraße 2 identisch ist. Und so war dann auch mein Weg. Immer den Radweg entlang neben der B2 schnurgeradeaus. Nur in den Ortschaften wollte mich mein Navi immer runter von der B2 schicken, weil es in den Orten den gesonderten Radweg nicht gibt. In der ersten einer solchen Situation bin ich dem auch gefolgt – Katastrophe und nie wieder. Das Navi schickte mich außen um den Ort herum über Trampelpfade, die keine Wege waren, teilweise nur 20 cm breit und von links und rechts mit dornigen Büschen zugewachsen. Und dann kam ich durch einen Wald und der Weg wurde leicht sandig. Genau als es mal ein wenig bergan ging, wurde der Sand tiefer und an ein Fahren war nicht mehr zu denken. So schob ich mein Rad ca. 250 m durch den Sand bergauf. Wenn ich fuhr, vollführte mein Rad immer ein ganz leichtes Schwimmen und zweimal wäre ich auch fast gestürzt. Nur ein Abdriften von ca. 70 cm ins Unterholz verhinderte dies.
Ich war froh, als ich wieder auf dem Radweg neben der B2 war und blieb auch bei Ortsdurchfahrten dort, entweder auf der Straße oder auf dem Fußweg. Ein Problem gab es damit nicht. Je nachdem ob der Radweg links oder rechts der Straße verlief, hatte ich entweder die Geräusche der Fahrzeug-Motoren oder das Zwitschern der Vögel im Wald auf dem rechten oder linken Ohr. Die Geräusche führten einen regelrechten Kampf miteinander aus. Verloren haben beide. Und so war auf jeden die landschaftliche Schönheit des Elbe Radweges von vorgestern der krasse Kontrast zum heutigen Radweg.
Zu sehen gab es unterwegs recht wenig. So fotographierte ich in Treuenbrietzen das Heimatmuseum mit der historischen Stadtmauer. Auch diese Stadt wirkte wie ausgestorben. Kurz vor Beelitz im Naturpark Nuthe-Nieplitz begegneten mir dann riesige abgeerntete Spargelfelder. Vorbei an der Seddiner Seenkette kurz vor Michendorf unterm Berliner Ring (A10) durch näherte ich mich mit nur ganz leichten Anstrengungen Potsdam. Hier erreichte ich die Jugendherberge nach 73,9 km in 3:27h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit pro Tag wird in den Bergen noch ordentlich nach unten gehen.
Morgen steht der 3. Gipfel auf dem Programm.
LuSche


