13.06.2013 - Tag 6 - Immer noch auf dem Weg nach Ytterhogdal

Regen, Regen, Regen! Er kam in der Nacht und blieb unser Begleiter für den Tag. Und auch jetzt gegen 17 Uhr ist der Himmel immer noch grau und Wolken verhangen. Wir haben gestern also zu früh gejubelt als wir uns über das schöne Wetter gefreut hatten. Andererseits, mal ganz ehrlich, in Skandinavien erwartet man ja geradezu mindestens „durchwachsenes“ Wetter. Das ist so klar wie Sonne in Italien oder Spanien, aber was ist klimatisch heutzutage noch klar?

 Regen wohin das Auge reicht

Regen wohin das Auge reicht

Wir pressen uns in unsere Kleider, werfen die Regenjacke über und hoffen, dass die Schuhe nicht gleich nach 10km durch sind. Wer es schon mal im Regen laufen versucht hat konnte sich im Ziel vielleicht über Blasen freuen. Die feuchte Sportsocke reibt dann ordentlich auch an sonst unproblematischen Stellen. Außerdem ist der gesamte Stand bei Nässe in einem Schuh nicht ganz optimal. Dinge wie diese gingen uns durch den Kopf und wir machten uns auf die Strecke.

Heute verließen wir die E45, was uns eine gewisse Erleichterung verschaffte. Der Verkehr war weniger stark und die obligatorische Dusche die jeder Truck beim Überholen verursachte traf uns nicht so häufig. Trotzdem waren wir bald durchnässt, liefen witzigerweise über das Monopoly Dorf "Los", was uns aber heute nicht so erheiterte, und hingen die Schuhe dann nach 51km an den Nagel. Für heute, denn wir hatten die Nase voll. Brühe und starker Kaffee brachten uns wieder unter die Lebenden.

Kommunikation: Unsere Kommunikation während der Etappe ist vorsichtig formuliert zurückhaltend. Außer den Hinweisen, die ich Steffen über die Beschaffenheit des Belages gebe, reden wir kaum miteinander. Ich bin froh, dass wir da beide gleich ticken. Wir konzentrieren uns lieber auf die Straße, schneiden uns wie schon erwähnt in Gedanken kleine Distanzhäppchen zurecht und versuchen unser Unterbewusstsein zu manipulieren: schon 20 geschafft, bald Marathon und fast 50, nach der 50 isses nur noch ein Katzensprung. Doch wenn das Etappenziel aufgrund schlechter Kilometerangaben nur eintausend Meter weiter ist hat man ernsthafte Probleme es doch noch zu packen. Die Beine werden schwer, der Laufstil geht flöten und unsere Gesichter werden sicher auch nicht schöner.

Stichwort schöner, morgen wird's das bestimmt. Habe beim lokalen Wetterdienst www.yr.no nachgesehen. Die versprechen trockenes Wetter zumindest bis zum Mittag. Werdn sie verklagen, wenn nicht...

Bis morch'n.


 

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